Rhône-Alpes ist nach Île-de-France die wirtschaftsstärkste Region Frankreichs. Mit 230.800 Studierenden ist sie auch die zweitbeliebteste für ein Studium. Die Städte Lyon und Grenoble beherbergen nach Île-de-France die meisten Technologiezentren Frankreichs.
In dieser Region ist der Industriesektor sehr stark ausgeprägt, vor allem was die Entwicklung von neuartigen Materialien, Informations-, Mikro- und Makrotechnologien, Gesundheitsindustrie und die Nutzung von Biotechnologien angeht.
In Lyon und Umgebung liegt der Schwerpunkt vor allem auf Biowissenschaften und dem Public-Health-Sektor, während die Gegend um Grenoble vor allem für Physik, Umwelt, Informatik und Ingenieurwesen bekannt ist.
Universitäten
So finden Sie an der Lyoner Universität Claude-Bernard-Lyon 1 verschiedenste technologische und gesundheitswissenschaftliche Studiengänge. Ausländische Studierende finden hier auch zahlreiche Master-Programme in englischer Sprache, z.B. den Master Nanoscale Engeneering.
Die université Lumière-Lyon 2 ist mit 27.800 Studenten eher auf Geistes-, Wirtschafts- und Politikwissenschaften ausgerichtet. Wer sich für interkulturelle Studien oder Medienmanagement begeistert, kann hier im Rahmen des DFH-Programms ein Doppeldiplom erwerben. Die Uni Lyon 2 bietet in Kooperation mit zahlreichen deutschen Universitäten, z.B. in Weimar, Leipzig, oder Freiburg verschiedene Bachelor- und Masterprogramme an.
Die université Jean-Monnet de Saint-Etienne in der Nähe von Lyon ist mit 14.100 Studierenden interdisziplinär und sehr international ausgerichtet. Hier können sich Studierende und Forscher auf vielen verschiedenen Feldern betätigen. Promovierende können ihre Doktorarbeit an dieser Universität binational betreuen lassen (cotutelle de thèse).
Die université de Savoie ist mit 11.500 Studenten zwar nicht so groß, bietet aber vielfältige Spezialisierungsmöglichkeiten in Elektronik, Informatik und IT. Wer sich im Master auf erneuerbare Energien spezialisieren möchte, ist hier richtig.
Die université Joseph-Fourier-Grenoble 1 ist weltweit eine der bedeutendsten Einrichtungen für Technologie und Gesundheit. Mit 16.900 Studierenden stellt diese Universität nach der Pariser Region das bedeutendste Wissenschaftszentrum Frankreichs dar. Zusammen mit der Universität in Karlsruhe bietet Grenoble 1 einen Doppelmaster-Studiengang in Physik an.
An der université Pierre-Mendès-France-Grenoble 2 können Computerbegeisterte u.a. Informatik, Logistik oder Informationssysteme studieren. Einige Master-Programme werde sogar auf Englisch angeboten.
An der université Jean-Moulin-Lyon 3 kommen Rechtsexperten und solche, die es werden wollen zum Zuge.
Die université Stendhal-Grenoble 3 bietet 5.200 Studierenden Spezialisierungsmöglichkeiten in Sprachen, Kultur und Kommunikation.
Andere Hochschulen
Die Region Rhône-Alpes besticht auch durch die große Vielfalt der verschiedenen Studienmöglichkeiten an den 30 grandes écoles. Unter den Ingenieurhochschulen, die erst nach einer zweijährigen Vorbereitungsklasse (Classe Préparatoire) ihre Studenten rekrutieren, sind vor allem die Einrichtungen in Lyon sehr beliebt. Zu nennen wären die Ecole centrale de Lyon, CPE Lyon, die auf Chemie, Physik und Elektronik spezialisiert ist, sowie ITECH – Institut für Chemie und Textilverarbeitung. Unter den Ingenieurshochschulen, die direkt nach dem Abitur zugänglich sind, wäre die INSA in Lyon hervorzuheben. Sie ist interdisziplinär ausgelegt und hat einen besonders guten Ruf. Für Technikbegeisterte bietet sie einen renommierten Maschinenbau-Studiengang, der im Rahmen des DFH-Programms mit dem Karlsruher Institut für Technologie zu einem Doppeldiplom führen kann.
Die Region Rhône-Alpes beherbergt viele verschiedene Handelshochschulen. Zukünftige Wirtschaftsexperten und Manager werden an der École de management de Lyon ausgebildet. Diese Schule ist eine der besten Handelshochschulen Frankreichs. Sie bietet einen trinationalen englischsprachigen Master in General Management mit LMU München und Aston Business School in Birmingham.
Zwei der insgesamt 9 IEP IEP Instituts d’Etudes Politiques (Instituts d’études politiques) befinden sich in der Region. IEP Lyon beherbergt 1.400 Studierende und ist nach einem zentralisierten concours zugänglich. Die 1.800 Studierenden des IEP Grenoble haben nach dem Bachelor die Qual der Wahl zwischen 18 verschiedenen Spezialisierungen: von Europäischer Integration bis Kulturmanagement. Seit 2010 bietet IEP IEP Instituts d’Etudes Politiques Grenoble in Kooperation mit der Universität Konstanz das Doppel-Master-Programm „Public Administration and European Governance“.
Eine Besonderheit in der Region Rhône-Aples ist das Institut Paul-Bocuse bei Lyon. Hier können Liebhaber der französischen Küche die Kochkunst auf hohem Niveau erlernen. Ein zweisprachiger Bachelor (englisch-französisch) im internationalen Hotel- und Restaurantmanagement sei all denen ans Herz gelegt, die im internationalen Hotelwesen tätig werden wollen.
Freizeit
In der Region Rhône-Alpes ist für jeden was dabei! Gourmets kommen in Lyon auf ihre Kosten, denn diese Stadt hat den Ruf, die Hauptstadt der kulinarischen Gaumenfreuden zu sein. Nicht umsonst ist die Schule des Kochmeisters Paul Bocuse hier angesiedelt! In den typischen kleinen Restaurants (Bouchons) können Sie die regionale Küche genießen. Im Sommer können Sie in Lyon die Seele baumeln lassen: auf den Grünflächen an den beiden Flüssen Rhône und Saône neben den Studenten entspannen, sich in den Passagen und Gässchen der Altstadt verlieren oder mit dem Fahrrad den Fourvière-Hügel erklimmen, um von dort die traumhafte Aussicht zu genießen. Doch auch im Winter hat die Region Rhône-Alpes viel zu bieten: Während der mehrtätigen Fête des lumières im Dezember hüllt sich die Altstadt von Lyon in ein spektakuläres Lichtspektakel, das von einem vielseitigen Kulturprogramm begleitet wird. Außerdem sind die Alpen nur einen Katzensprung von Grenoble entfernt. Wintersportfreunde können dort an ihre Grenzen gehen.